Eine Familie macht einen Spaziergang am Strand

NEU IN DER PFLEGE

ALLES RUND UM DIE HÄUSLICHE PFLEGE BEI HARNINKONTINENZ

Ein einfühlsamer Guide für pflegende Angehörige

Wenn ein geliebter Mensch plötzlich Unterstützung braucht, stehen viele Angehörige vor neuen Fragen. Besonders das Thema ist häufig mit Unsicherheit verbunden. Berührungsängste und Schamgefühle können belastend sein – für Sie und für Ihre/n Angehörige/n

Mit diesem Leitfaden möchten wir Ihnen helfen, sich Schritt für Schritt an Ihre neue Aufgabe zu gewöhnen und Ihnen praktische und hilfreiche Orientierung zu bieten – verständlich, praxisnah und mit dem Blick auf das, was wirklich zählt: Würde, Lebensqualität und Sicherheit im Alltag.

Inkontinenz verstehen – Wissen hilft helfen

Harninkontinenz betrifft viele pflegebedürftige Menschen – und niemand muss damit allein bleiben. Einer Studie1 zufolge sind rund 60 % der pflegedienstlich versorgten Personen davon betroffen. 
 
tritt besonders häufig bei bettlägerigen, querschnittsgelähmten und an Demenz erkrankten Patienten und Patientinnen auf. Die Ursachen für die verschiedenen Inkontinenzformen sind vielfältig und können körperlicher sowie neurologischer Natur sein.
 
Leider ist das Thema Harninkontinenz noch immer häufig mit Scham verbunden. Daher versuchen viele Betroffene, kleinere Unfälle zu verbergen, und zögern, sich ärztliche Hilfe zu holen. Auch für Sie als pflegende/n Angehörige/n kann sich der Umgang mit zunächst ungewohnt und herausfordernd anfühlen. Mit einfühlsamer Kommunikation und einer gut abgestimmten Routine kann die Pflege Schritt für Schritt leichter und sicherer werden. Wir zeigen Ihnen, wie.

Der erste Schritt: offen und einfühlsam darüber sprechen

Würde beginnt mit Zuhören.

Eine einfühlsame Kommunikation ist das A und O für eine vertrauensvolle Pflegebeziehung. Ein behutsames Gespräch kann helfen, Scham abzubauen und Vertrauen wachsen zu lassen. Wenn sich Ihr/e Angehörige/r verstanden fühlt, fällt es ihr oder ihm leichter, Unterstützung anzunehmen. Hören Sie aufmerksam zu, halten Sie Blickkontakt und zeigen Sie Ihrer/m Angehörigen, dass Sie seine oder ihre Ängste und Sorgen ernst nehmen. Bei der Suche nach passenden Lösungen beziehen Sie die Wünsche Ihres Angehörigen aktiv ein. Wichtig ist auch, die Selbstbestimmung Ihres oder Ihrer Angehörigen zu wahren und Entscheidungen möglichst gemeinsam zu treffen. 
 
Sehen Sie sich zum Beispiel gemeinsam passende Inkontinenzprodukte an – die Erkenntnis, dass es viele gut funktionierende Hilfsmittel gibt, kann Sicherheit geben.  
 
Klären Sie bei Ihrem gemeinsamen Gespräch auch folgende Fragen: 
 
  • Wie stark und wie häufig ist der Harnverlust? 
  • Wann tritt der Harnverlust in der Regel auf: tagsüber oder nur nachts? 
  • Ist Ihr/e Angehörige/r körperlich selbst in der Lage, auf die Toilette zu gehen und sich zu reinigen oder braucht er oder sie Unterstützung? 
  • Bestehen Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber Reinigungs- und Pflegeprodukten? 
  • Welche Schwierigkeiten oder baulichen Hindernisse erschweren den Gang auf die Toilette? 
 
Anschließend sind Sie bereit für den nächsten Schritt: Den Besuch beim Arzt oder bei der Ärztin. Begleiten Sie Ihre/n Angehörige/n zum ärztlichen Gespräch, sofern er oder sie das wünscht. Oftmals kann es als Erleichterung empfunden werden, wenn eine vertraute Person das Thema beim Arzt oder der Ärztin anspricht.   

Ärztliche Abklärung: die Basis für die richtige Unterstützung

Im ärztlichen Gespräch kann den Ursachen für die auf den Grund gegangen werden. Nutzen Sie für die Anamnese auch die Fragen, die Sie gemeinsam mit Ihrem oder Ihrer Angehörigen bearbeitet haben. Ferner können Sie als Vorbereitung auf den Termin ein sogenanntes Miktionsprotokoll führen, in dem Sie Faktoren wie Trinkmenge, Harndrang, Urinverlust und Toilettengänge über mehrere Tage hinweg protokollieren. 
 
Gemeinsam mit dem Hausarzt oder der Hausärztin kann nun nach einer passenden Lösung für Sie und Ihre/n Angehörigen gesucht werden. Gegebenenfalls wird Ihr/e Angehörige/r in zur weiteren Abklärung eine gynäkologische oder urologische Praxis überwiesen. 
 
Wie die Ursachen sind auch die Behandlungsformen vielseitig. In einigen Fällen kann der Einsatz von Medikamenten Hilfe versprechen, in anderen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Ist die Inkontinenz Folge eines medizinischen Eingriffs, ist sie häufig ein temporäres Problem, dem mit Reha-Maßnahmen Abhilfe geschaffen werden kann. 

Der Pflegealltag: kleine Routinen, große Entlastung

Im Alltag bringen einfache, wiederkehrende Abläufe Entlastung. Sie geben Sicherheit und reduzieren Stress – für beide Seiten. Strukturieren Sie Ihren Tag so, dass Sie feste Zeiten für Toilettengänge, den Wechsel von Inkontinenzprodukten und die Körperhygiene einplanen können.

Die 5 wichtigsten Alltagsroutinen


Toilettenroutine
 
Ist Ihr/e Angehörige/r noch mobil, erinnern Sie ihn oder sie zu gegebener Zeit an den Toilettengang. Ermöglichen Sie so viel Selbstständigkeit wie möglich. Kurze Wege zum Bad können helfen, Unfälle zu reduzieren. Platzieren Sie Toilettenpapier und Hygieneartikel gut sichtbar und erreichbar neben der Toilette. Gegebenenfalls können Sie eine (Fahrrad-)Klingel in der Nähe der Toilette anbringen, mit der Ihr/e Angehörige/r sie herbeirufen kann, falls er oder sie doch Hilfe benötigt.  
 
 
Bequeme, unkomplizierte Kleidung 
 
Ermutigen Sie Ihre/n Angehörigen zu Hosen und Röcken mit Gummizugbund sowie halterlosen Strümpfe statt Strumpfhosen – praktische Kleidung erleichtert den Toilettengang und kann dadurch einem versehentlichen Einnässen vorbeugen. 
 
 
Freie Wege 
 
Sorgen Sie für freie Bahn auf dem Weg zum Bad – idealerweise befindet sich das Pflegezimmer in unmittelbarer Nähe. Vermeiden Sie Stolperfallen wie Teppiche oder herumliegende Gegenstände im Flur. Kennzeichnen Sie die Badezimmertür mit einem eindeutigen Symbol. Der Weg zur Toilette sollte immer gut beleuchtet sein. Gehbehinderte Menschen können Sie mit einem Handlauf unterstützen.  
 
 
Hygiene und Hautschutz 
 
Eine sanfte und regelmäßige Reinigung hilft, Hautreizungen vorzubeugen und Wohlbefinden zu fördern. Reinigen Sie immer zuerst das Gesicht, dann den Körper und zum Schluss den Intimbereich. Nutzen Sie warmes Wasser und milde Reinigungsprodukte. Die Haut älterer Menschen ist oft empfindlich. Tragen Sie nach der Reinigung eine nährende Hautpflege auf. 
 
 
Trinkroutine 
 
Auch – oder gerade – bei Harninkontinenz ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Damit Ihr/e Angehörige/r genug trinkt, können Sie bereits am Morgen die entsprechende Menge an Getränken abfüllen. Bieten Sie über den Tag immer wieder etwas zu trinken an. Je nach Zustand der zu pflegenden Person können spezielle Becher oder Tassen mit Griff oder Trinkaufsatz helfen. Respektieren Sie aber auch, wenn Ihr/e Angehörige/r gerade keinen Durst hat.  

Die richtige Versorgung: Gute Inkontinenzprodukte machen den Unterschied

Inkontinenzprodukte sind eine große Unterstützung im Pflegealltag. Sie sorgen für Sicherheit, Diskretion und Komfort. Wichtig ist nicht nur, dass sie gut sitzen und zum individuellen Bedarf passen, sondern auch, dass sie einen guten Trockenschutz bieten. Gerade ältere Haut reagiert sensibel auf Nässe und Urin, insbesondere auf Ammoniak, der bei der bakteriellen Zersetzung von Harnstoff gebildet wird. Kommt sie über längere Zeit mit Urin in Kontakt, können Hautausschlag und Inkontinenz-assoziierte Dermatitis die Folge sein. Gute Inkontinenzprodukte leiten die Flüssigkeit daher schnell vom Körper weg und binden sie auslaufsicher im Kern. Die Oberfläche der Einlage bleibt trocken und die Haut wird geschützt.

TENA bietet Ihnen eine große Auswahl an Produkttypen wie , Pants und Slips für Männer und Frauen sowie für jeden Inkontinenzgrad. Atmungsaktive, weiche Materialien sowie eine hoher Schutz sorgen für hervorragenden Tragekomfort. Die Flüssigkeit wird vom Körper wegtransportiert und auslauf- sowie geruchssicher im Kern eingeschlossen.  

Finden Sie das passende Produkt für Ihren Angehörigen - in drei Schritten. Unser Produktfinder bietet Ihnen eine praktische Orientierung zum geeigneten Produkttyp, der passenden Saugstärke, sowie Größe und Hautversorgung.
 
Entdecken Sie auch hilfreiche Informationen zu der richtigen Handhabung und Anlegetechnik.


1. AUSWAHL DES PASSENDEN PRODUKTTYPS

Als weltweit führende Marke für Inkontinenzprodukte* unterstützen wir Sie dabei, das passende Produkt für Ihren Angehörigen zu finden. Die Produkte aus unserem umfangreichen TENA Sortiment bieten zuverlässigen Schutz vor Auslaufen bei allen Formen von . Gleichzeitig sorgen sie für den Erhalt der Hautgesundheit.


2. BESTIMMUNG DER SAUGSTÄRKE

Unabhängig davon, ob Ihr Angehöriger unter leichter, mittlerer oder schwerer leidet, ist es wichtig, ein Produkt zu wählen, das seinen Bedürfnissen entspricht. Die benötigte Saugstärke hängt dabei vom Grad der Inkontinenz ab.


3. DIE WAHL DER RICHTIGEN GRÖSSE

Ähnlich wie bei normaler Kleidung gibt es auch bei Pants und Vorlagen – sowie auch bei Fixierhosen – verschiedene Größen. Die Auswahl der passenden Produktgröße spielt für Ihre Liebsten eine ganz entscheidende Rolle. Denn liegt das Inkontinenzprodukt nicht perfekt am Körper an, kann es nicht seine volle Saugleistung entfalten.


4. HAUTPFLEGE BEI

Ist die Haut durch Inkontinenz regelmäßig Feuchtigkeit oder gar Stuhl ausgesetzt, benötigt sie einen besonderen Schutz. Um die Hautgesundheit Ihrer Liebsten zu erhalten, haben wir sowohl eine spezielle Barriere- als auch eine Zinkcreme entwickelt.

Kosten und Unterstützung: diese Möglichkeiten gibt es

Pflege zu Hause bedeutet viel Verantwortung – auch finanziell. Umso wichtiger ist es zu wissen: Es gibt Unterstützung. Neben dem Pflegeunterstützungsgeld, das die pflegende Person beantragen kann, und dem Pflegegeld, das pflegebedürftigen Personen ab Pflegegrad 2 ausgezahlt wird, werden auch viele Hilfsmittel und Pflegesachleistungen finanziell unterstützt. Eine frühzeitige Information kann entlasten und Planungssicherheit geben. Sie müssen die Kosten der Pflege nicht allein tragen! 
 
Auch Inkontinenzprodukte zählen zu den Pflegehilfsmitteln, die Sie von Ihrer Pflegekasse bezuschussen lassen können. Sie benötigen dafür eine Verordnung des behandelnden Arztes oder der Ärztin, die Sie bei einem Vertragspartner Ihrer Krankenkasse einlösen – so finden Sie einen Vertragspartner der Kasse.  

Auch an sich selbst denken: Überlastung vorbeugen

Pflege ist eine große Aufgabe – die zwar sehr erfüllend ist, aber auch belasten kann. Daher ist es wichtig, dass Sie auch Ihre eigenen Bedürfnisse im Blick behalten, indem Sie sich bewusst freie Zeit nehmen und sich Unterstützung holen, wenn nötig. 
 
Der soziale Austausch ist für pflegende Angehörige besonders wichtig. Schon kleine Auszeiten, Gespräche mit Freunden oder ein paar freie Stunden können helfen, neue Kraft zu schöpfen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlasten – besonders mit Menschen, die Ihre Situation verstehen und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
 
In der „TENA Pflege zu Hause“ Community auf Facebook finden Sie viele Gleichgesinnte und können mit professionellem Pflegepersonal und unseren TENA-Experten in Kontakt treten.  
 
Abonnieren Sie auch unseren informativen Newsletter, der Sie regelmäßig mit praktischen Pflegetipps und fundiertem Fachwissen versorgt. 

Persönlicher Kontakt & Beratung

Lassen Sie sich auch gerne persönlich beraten, welche Produkte für die optimale Versorgung Ihres Angehörigen infrage kommen. In der Apotheke oder im Sanitätshaus Ihres Vertrauens können Sie sich Muster ansehen, die Verwendung diskret erklären lassen und sich passende Produkte vorschlagen lassen. Sprechen Sie die Mitarbeitenden auch auf kostenlose TENA Muster an.  
 
Sie können uns aber auch direkt kontaktieren. Unter der TENA Hotline 01806 / 121222* sind wir gerne für Ihr Anliegen erreichbar.  
 
* Festnetz max. 0,20 €/Gespräch, Mobilfunk max. 0,60 €/Gespräch