Die Mobilität spielt in der Pflege zu Hause eine entscheidende Rolle. Sie beeinflusst nicht nur den Alltag der pflegebedürftigen Person, sondern auch den Umfang der Unterstützung, die Sie leisten müssen. Um den Hilfebedarf besser einzuschätzen, wird die Beweglichkeit von Pflegebedürftigen in drei verschiedene Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung erleichtert es Ihnen, die passenden Inkontinenzprodukte für Ihren Angehörigen auszuwählen – je nachdem, ob die Produkte noch selbst verwendet werden können oder dabei Ihre Hilfe benötigt wird.
Ihr Angehöriger ist mobil
Pflegebedürftige in dieser Stufe können sich weitgehend selbstständig bewegen. Sie gehen ohne Hilfe, können Treppen steigen, aufstehen, sich hinsetzen und ihre Position im Bett eigenständig verändern. Toilettenbesuche erfolgen selbstständig oder mit nur wenig Unterstützung. Etwa 35 Prozent1 aller Pflegebedürftigen fallen in diese Kategorie.
Was müssen Inkontinenzprodukte leisten?
Bei mobilen Angehörigen stehen Komfort und Diskretion im Mittelpunkt. Sie bevorzugen Inkontinenzprodukte, die im Alltag sicheren Schutz bieten und unauffällig zu tragen sind. Dazu gehören zum Beispiel Einlagen, die diskret in die Unterwäsche gelegt werden sowie besonders dünne Einweghosen, die sich wie normale Unterwäsche an- und ausziehen lassen.
Wichtige Produkteigenschaften
- Diskretion
- Bewegungsfreiheit
- Ermöglichen Aktivität
Ihr Angehöriger ist eingeschränkt mobil / teilmobil
In dieser Stufe ist die Mobilität Ihres Angehörigen eingeschränkt. Er kann meist noch eigenständig gehen, allerdings nur kurze Strecken oder mit Pausen. Häufig kommen Hilfsmittel wie Rollatoren oder Gehstöcke zum Einsatz. Manchmal wird Unterstützung beim Aufstehen, Hinsetzen oder bei längeren Wegen benötigt. Toilettenbesuche müssen häufig von Ihnen unterstützt werden. Mehr als die Hälfte aller Pflegebedürftigen (rund 55 Prozent1) sind teilmobil.
Was müssen Inkontinenzprodukte leisten?
Teilmobile Angehörige legen Wert auf Inkontinenzprodukte, die ihre Selbstständigkeit fördern – auch wenn die Beweglichkeit bereits eingeschränkt ist. Wichtig ist, dass sie die Produkte eigenständig anlegen können und Toilettengänge nur wenig Unterstützung erfordern. Optimal geeignet sind hier Schutzhosen mit elastischen Seitenteilen und breiten, gut greifbaren Haftlaschen. Sie lassen sich sicher verschließen, bequem im Sitzen anlegen und beim Toilettenbesuch wie normale Unterwäsche hoch- und herunterziehen.
Wichtige Produkteigenschaften
- Eigenständigkeit
- Wenige Produktwechsel – vor allem in der Nacht
- Würde
Ihr Angehöriger ist bettlägerig / immobil
Pflegebedürftige in dieser Kategorie sind in ihrer Bewegung stark begrenzt. Sie sitzen die meiste Zeit im Rollstuhl oder liegen überwiegend im Bett. Für Transfers, Umlagern oder Toilettengänge ist fast immer Hilfe erforderlich. Etwa 10 Prozent1 aller Pflegebedürftigen sind immobil.
Was müssen Inkontinenzprodukte leisten?
Ist Ihr Angehöriger immobil, spielt die Wahl des passenden Inkontinenzprodukts eine besonders wichtige Rolle. Entscheiden Sie sich für Produkte, die speziell dafür entwickelt wurden, auch im Sitzen oder Liegen gewechselt zu werden. So vermeiden Sie unnötige Belastungen – sowohl für Ihren Angehörigen als auch für Sie.
Wichtige Produkteigenschaften
- Atmungsaktivität, weiche Materialien
- Trockenheit
- Wenige Produktwechsel – vor allem in der Nacht
- Würde
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Quellen
1 Needs based segmentation study 2020, US, MEX, DE, PL, FR & CHN, GfK N=4335