Nykturie und verstärkter Harndrang während der Nacht

Nächtlicher Harndrang (Nykturie) ist etwas, das viele von uns kennen – vor allem mit zunehmendem Alter, in der Schwangerschaft oder bei verstärkter Flüssigkeitszufuhr vor dem Schlafengehen. Bei manchen Betroffenen kann der nächtliche Harndrang aber auch zu ungewolltem Urinverlust in der Nacht führen.

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Die medizinischen Informationen in diesem Artikel wurden fachlich geprüft von:
Dr. Verena Breitenbach, Frauenärztin

Es gibt viele Gründe für häufigen nächtlichen Harndrang. Aber man kann durchaus etwas tun, um ihn zu reduzieren. So kannst du z. B. deine täglichen Gewohnheiten ändern, um deinen Nachtschlaf zu verbessern, oder überlegen, was du trinkst und wann. Häufiges Urinieren, das einen nachts mehrere Male die Toilette aufsuchen lässt, sollte übrigens nicht mit der Enuresis, dem nächtlichen Einnässen verwechselt werden. Bei Letzterem kommt es zu einem Urinverlust, ohne dass der Betroffene aufwacht. Dies kommt nicht ganz so häufig vor wie der nächtliche Harndrang, ist aber keinesfalls etwas, das nur Kinder erleben. Nykturie und Enuresis unterscheiden sich auch größtenteils hinsichtlich der möglichen Ursachen, aber beide Symptome können Betroffene um einen erholsamen Schlaf bringen.

Was sind die Ursachen für verstärkten nächtlichen Harndrang?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper und es ist ganz natürlich, häufiger zur Toilette zu müssen als früher. Ein- oder zweimal pro Nacht Wasser zu lassen, ist also völlig normal. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Bei jüngeren Menschen fasst die Blase bis zu einem halben Liter Urin. Mit zunehmendem Alter aber reduziert sich dies etwa um die Hälfte, weil der Blasenmuskel an Elastizität verliert. Ein weiterer Grund für verstärkten Harndrang bei fortschreitendem Alter ist, dass unsere Fähigkeit abnimmt, den Urin zu konzentrieren. Die bei Tag und Nacht insgesamt produzierte Urinmenge verändert sich zwar nicht unbedingt, wird jedoch verstärkt in der Nacht produziert.

Auch Gewohnheiten bzw. die Lebensführung können sich auf die Häufigkeit des Wasserlassens auswirken, z. B. wenn jemand viel trinkt. Koffein und Alkohol nach dem Abendessen können ebenfalls dazu führen, dass sich nächtlicher Harndrang einstellt.

Medizinische Ursachen, die zu Nykturie führen können

Von einer Überproduktion an Urin (Polyurie) als Ursache des nächtlichen Harndrangs können sowohl Männer als auch Frauen betroffen sein. Bestimmte medizinische Ursachen können ebenso wie bestimmte Arzneimittel nächtlichen Harndrang hervorrufen oder verstärken. Wenn du glaubst, dass du eine zugrundeliegende Erkrankung hast oder ein Arzneimittel für den nächtlichen Harndrang verantwortlich ist, setz dich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt in Verbindung. Manchmal kann schon eine kleine Änderung deiner Routine – z. B. der Zeitpunkt, zu dem du dein Mittel einnimmst – viel bewirken und diesen unerwünschten Nebeneffekt reduzieren.

Arzneimittel und Diagnosen, die mit Nykturie in Verbindung gebracht werden:

Schlaflosigkeit kann Nykturie und ungewollten Harnverlust verursachen

Normalerweise produziert der Körper im Wachzustand mehr Urin. Das heißt, dass Menschen mit einer Krankheit, die sie wach hält, nachts häufiger zur Toilette müssen. Es gibt viele medizinische Ursachen chronischer Natur, z. B. das Restless-Legs-Syndrom, Schlafapnoe, Alzheimer und Parkinson, die Schlaflosigkeit auslösen können. Viele chronische Erkrankungen verursachen auch Unwohlsein oder Schmerzen. Die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankungen und die Durchführung eines geeigneten Schmerzmanagements fördern daher nicht nur die Schlafqualität, sondern reduzieren auch die nächtliche Urinproduktion.

Was kann ich tun, um die nächtlichen Toilettengänge zu reduzieren?

Wer sich mit dem Symptom des nächtlichen Harndrangs an seinen Arzt der seine Ärztin wendet, wird mit ihm oder ihr als erstes über die individuelle Ausprägung der Nykturie sprechen. Dabei wird beispielsweise geklärt, seit wann der nächtliche Harndrang auftritt, wie oft pro Nacht die Toilette aufgesucht wird und wie stark der Harndrang tagsüber ist. Außerdem sind Vorerkrankungen und zusätzliche Symptome von Interesse, damit die Ärztin oder der Arzt sich ein genaues Bild von den möglichen Ursachen machen kann. Je nachdem, was er oder sie als Auslöser des nächtlichen Harndrangs vermutet, folgen weitere Untersuchungen, die eventuell auch von einem Fachmediziner durchgeführt werden.

Die ausführliche Ursachenforschung lohnt sich, denn der nächtliche Harndrang kann mit der richtigen Therapie oft zum Verschwinden gebracht werden. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage. Ist beispielsweise eine Prostatavergrößerung der Auslöser, kann ein chirurgischer Eingriff helfen; liegt das Problem in einer überaktiven Blase, raten Mediziner oft zu einem Blasentraining; Medikamente helfen hingegen, wenn das Herz oder eine Infektion der Verursacher ist.

Indem du die Häufigkeit der Toilettengänge reduzierst, kannst du dein allgemeines Wohlbefinden steigern und einen guten Nachtschlaf fördern.

Hier ein paar hilfreiche Tipps, die du ausprobieren kannst:

  • Trinke vor dem Schlafengehen keinen Kaffee, Tee oder Alkohol.
  • Gehe noch einmal zur Toilette, bevor du dich ins Bett legst.
  • Nimm 2 Stunden vor dem Schlafengehen möglichst wenig Flüssigkeit zu dir.
  • Bei geschwollenen Beinen kann durch Tragen von Kompressionsstrümpfen und Hochlegen der Beine am Nachmittag nächtliches Wasserlassen reduziert werden, da der Körper die in den Beinen eingelagerte Flüssigkeit leichter handhaben kann.
  • Plötzliches Aufwachen mitten in der Nacht kann ein Auslöser für Harndrang sein. Indem du die Ursachen für deinen gestörten Nachtschlaf angehst, kannst du das Problem der Nykturie reduzieren.
  • Verwende ein Inkontinenzprodukt, wenn bei dir ungewollter nächtlicher Harnverlust auftritt.

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