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Harnblase: Welche Rolle spielt sie im menschlichen Körper?

Die Harnblase erfüllt eine wichtige Funktion im menschlichen Körper: Sie dient als Zwischenspeicher für den Urin. Damit verhindert sie, dass der Mensch permanent Wasser lassen muss und ermöglicht ihm stattdessen die Kontrolle über den Zeitpunkt des Wasserlassens. Wie funktioniert die Blase als Bestandteil des Harnsystems? Welche Erkrankungen können im Zusammenhang mit der Harnblase auftreten? Und wozu dient eine Urodynamik?

Das Harnsystem und seine Aufgaben

Das menschliche Harnsystem besteht aus unterschiedlichen Komponenten. Die normale Funktion der Harnblase ist nur möglich, wenn alle diese Komponenten ihre Funktion erfüllen. Dies sind die einzelnen Komponenten des Harnsystems:

  • die Nieren: Sie sind dafür zuständig, das Blut zu filtern und von Gift- und Stoffwechselprodukten zu befreien. Etwa 300 Mal pro Tag filtern beide Nieren zusammen das gesamte Blut des Körpers. Die dabei herausgefilterten Giftstoffe vermischt die Niere anschließend mit Wasser. Auf diese Weise bildet der Körper Urin, der neben Wasser sowie Harnstoff und anderen Abbauprodukten des Stoffwechsels auch Mineralstoffe enthält. Pro Tag entstehen auf diese Weise etwa ein bis zwei Liter Urin (Endharn).
  • der Harnleiter: Er verbindet Nieren und Harnblase. Der Harnleiter hat die Funktion, den Urin zur Blase zu transportieren.
  • die Harnblase: Die Funktion der Blase besteht darin, den Urin zu sammeln. Das Hohlorgan ist bis zu einem gewissen Maß dehnbar – ähnlich wie ein kleiner Ballon. Sie kann höchstens etwa 500 bis 700 Milliliter Urin speichern. Wenn sich die Harnblase füllt und ausdehnt, senden Nerven in der Blasenwand ein Signal ans Gehirn, sodass der Mensch Harndrang verspürt und den Urin ausscheidet.
  • die Harnröhre: Ist die Blase bereit zum Wasserlassen, scheidet der Körper den Urin über die Harnröhre aus. Bei Männern ist die Harnröhre mit etwa 20 bis 25 Zentimetern länger als bei Frauen. Bei ihnen endet die Harnröhre mit dem Scheidenausgang und ist nur etwa 2,5 bis 5 Zentimeter lang. Deshalb sind Frauen anfälliger für unerwünschte Bakterien und Keime, die Blasenentzündungen verursachen können.

Der Vorgang der Blasenentleerung und mögliche Probleme

Die Entleerung der Harnblase ist ein normaler Vorgang im menschlichen Körper. Bei der Blasenentleerung entspannen sich die Schließmuskeln der Blase, während sich gleichzeitig der Blasenmuskel zusammenzieht, sodass der Mensch den Urin über die Harnröhre ausscheiden kann. Die Blase erfüllt somit bei Frauen und Männern eine wichtige Funktion: Ohne sie könnte der Urin nicht gesammelt und kontrolliert abgegeben werden.

Die maximale Blasenfüllmenge unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Sie ist unter anderem abhängig vom Geschlecht und von der Körpergröße. Im Allgemeinen besitzt die Harnblase bei Männern mit rund 700 Millilitern etwas mehr Kapazität als bei Frauen (etwa 500 Milliliter). Der Harndrang setzt bei Männern ab einer Blasenfüllmenge von etwa 300 bis 400 Millilitern ein, bei Frauen ab circa 250 Millilitern.

Normalerweise ist jeder Mensch in der Lage, das Wasserlassen oder das Einhalten des Urins bis zu einem gewissen Maß bewusst zu steuern. Daran ist eine Vielzahl an Muskeln und Nerven beteiligt. Bestimmte Beschwerden können jedoch Probleme bei der Blasenentleerung herbeiführen. Frauen haben häufiger eine Blasenentzündungen; diese verursachen häufig einen ständigen Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen. Die obige Abbildung zeigt beispielhaften den unbeabsichtigten Harnverlust bei Frauen – durch körperliche Anstrengungen (z.B. Husten) kommt es zum Austritt von Urin. Bei Männern im höheren Alter kommt es häufig zu einer Vergrößerung der Prostata. Diese drückt dann häufig auf die Harnblase und -röhre, was ebenso zu einem dauerhaften Harndrang führen kann.

Im Gegensatz dazu gibt es auch Blasenentleerungsstörungen, bei denen es zum Harnverhalt kommt. Menschen mit Blasenentleerungsstörung verspürt dabei keinen Harndrang mehr, und der Blasenmuskel ist nicht mehr in der Lage, normal zu arbeiten. Eine mögliche Folge: Beim Wasserlassen verbleibt Rest-Urin unbemerkt in der Harnblase, was Infekte oder eine Inkontinenz nach sich ziehen kann. Kommt es dabei gar zu einem Urinrücklauf, können die Nieren einen dauerhaften Schaden davontragen.

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Mögliche Erkrankungen der menschlichen Blase

Die Harnblase kann von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Die meisten der gynäkologischen oder urologischen Beschwerden lassen sich gut therapieren, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören:

  • Koliken und Steine: Koliken der Nieren oder der Blase lösen oftmals Nieren- oder Blasensteine aus. Sie verstopfen den Harnabfluss und haben eine Verkrampfung der Muskeln zur Folge. Es kommt zu starken Schmerzen. Nieren- oder Blasensteine entstehen durch kristallbildende Substanzen im Harn, zum Beispiel Kalzium, Oxalat oder Phosphat. Je mehr dieser Substanzen vorhanden sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich im Harnsystem Steine bilden.
  • Reizblase/ überaktive Harnblase: Bei einer Reizblase besteht ein ständiger Harndrang, die Urinmenge beim Wasserlassen ist jedoch sehr gering. Schmerzen treten bei dieser Blasenfunktionsstörung nicht auf. Oftmals ist der Harndrang so stark, dass Personen mit einer überaktiven Blasen den Urin nicht mehr halten können. Es kommt zu einer sogenannten Dranginkontinenz.
  • Inkontinenz: Darunter ist ein unkontrollierter und ungewollter Verlust von Urin zu verstehen. Eine Inkontinenz ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen, beispielsweise auf einen geschwächten Beckenboden oder neurologische Störungen.
  • Entzündungen: Eine Blasenentzündung entsteht, wenn Bakterien in die Blase gelangen und dort eine Infektion verursachen. Sie gehen mit häufigem, schmerzhaftem und brennendem Wasserlassen einher. Wird eine Blasenentzündung nicht behandelt, kann sie eine gefährliche Nierenbeckenentzündung auslösen.
  • Blasenkrebs: Bei Blasenkrebs bilden sich sogenannte Harnblasenkarzinome in der Blase. Das sind bösartige Tumore, deren Häufigkeit mit dem Alter vor allem bei Männern steigt. Chronische Blasenentzündungen können ihre Entstehung begünstigen. Je nach Art und Ausbreitung des Tumors ist eine operative Behandlung möglich.

Urodynamik: Wozu dienen die Untersuchungen?

Die Urodynamik lässt sich beim Mann und bei der Frau durchführen. Sie dient dazu, die Funktion der Harnblase zu testen und mögliche Blasenfunktionsstörungen festzustellen. Die Auswertung einer Urodynamik soll zeigen, inwieweit die Harnblase in der Lage ist, Urin zu speichern und auszulassen. Die Durchführung der Urodynamik ist auf drei unterschiedliche Arten möglich.

Eine Uroflowmetrie sollte bei Patienten durchgeführt werden, die das Wasserlassen als zu schwach empfinden. Die Untersuchung erfasst die Urinmenge, die innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit ausgeschieden wird. Die Zystometrie hingegen ist eine Untersuchung mithilfe eines Blasenkatheters, die zur Feststellung des Blasendrucks dient. Der Katheter wird über die Harnröhre bis zur Harnblase eingeführt. Über ihn füllt der Arzt die Blase mit Wasser und misst dabei sowie beim anschließenden Wasserlassen den entstehenden Druck einschließlich eventueller Schwankungen. Unterstützende Ergebnisse liefert ein zusätzlicher Druckmesser im After. Die Sphinkterometrie erfasst den Druck in der Harnröhre sowie am Verschluss der Harnblase (Sphinkter). Dabei zieht der Arzt einen zuvor eingeführten Druckmesser langsam aus der Blase heraus und misst dabei die vorhandenen Druckverhältnisse. Welcher Ablauf bei der Urodynamik am sinnvollsten ist, hängt vom Einzelfall ab.

Bis die Ursache möglicher Beschwerden mit der Harnblase oder anderen Bereichen des Harnsystems geklärt ist und behandelt werden kann, bieten die TENA-Produkte diskrete Sicherheit bei Blasenschwäche. Einlagen oder Pants verhelfen Menschen mit Blasenwäche zu mehr Selbstvertrauen und Lebensqualität.

 


Quellen: 

https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/wie-funktioniert-das-harnsystem-2017332

https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen-2018778

https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/gynaekologische-und-urologische-erkrankungen/urodynamische-untersuchungen-2017464

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4417-aufbau-und-funktion-von-nieren-und-harnwegen

https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-das-harnsystem.2239.de.html

https://www.primomedico.com/de/behandlung/blasenentleerungsstoerung/

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/blasenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html