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Wenn der Urin riecht: Was verrät der Geruch des Harns?

Urin – oder auch Harn – ist ein natürliches Abbauprodukt des menschlichen Körpers. Etwa eineinhalb bis zwei Liter Urin scheidet ein Erwachsener täglich aus. Über den Urin schwemmt der Körper Abbauprodukte des Stoffwechsels aus. Außerdem dient das Harnlassen (medizinisch: Miktion) dem Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts.

Frischer Urin riecht grundsätzlich neutral – der strenge Geruch nach Ammoniak entsteht erst, wenn Bakterien den Harn zersetzen. Doch auch frischer Urin kann stark riechen, wofür mehrere Ursachen infrage kommen.

Urin riecht vielfältig

Bereits in der Antike diente der Urin zur Diagnose von Krankheiten und war ein Anhaltspunkt dafür, ob im Körper etwas nicht stimmt. Neben der Farbe ist der Geruch eines der eindeutigsten Signale und kann Hinweise auf den Gesundheitszustand liefern. Vom neutral riechenden Harn bis zu sehr intensiven Gerüchen gibt es viele Abstufungen. Die Gerüche lassen sich grob wie folgt beschreiben:

  • obstartiger, süßlicher Geruch
  • Geruch nach Kohl
  • strenger, scharfer oder beißender Geruch nach Ammoniak
  • fischiger Geruch
  • fauliger Geruch
  • Geruch nach Alkohol

Was verrät der Geruch vom Urin? Mögliche Ursachen für ungewöhnlich riechenden Urin

Uringeruch wird von den meisten Menschen als unangenehm wahrgenommen. Dass Harn nach einer Weile einen unangenehmen Geruch nach Ammoniak entwickelt, ist ganz normal. Doch es kann mitunter auch schwerwiegende Gründe für einen ungewöhnlichen Geruch des Urins geben.

Nahrungsmittel

Da der Urin auch Stoffwechselreste enthält, ist es vollkommen natürlich, dass der Harngeruch vom Essen beeinflusst wird. Bekannt ist beispielsweise der Uringeruch, der nach dem Verzehr von Spargel auftritt. Auch Lebensmittel wie Knoblauch, Kohl, Kaffee oder Alkohol können einen ungewöhnlichen Uringeruch verursachen. Medikamente wie Penizillin haben ebenfalls Einfluss auf den Uringeruch. Dies ist jedoch vollkommen harmlos und der Geruch verflüchtigt sich wieder, nachdem die entsprechenden Stoffe ausgeschieden wurden.

Dehydrierung

Urin besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Außerdem enthält er Harnstoff, Elektrolyte, Harnsäure, Zitronensäure, Kreatinin sowie Vitamine. Ist das Verhältnis dieser Inhaltsstoffe gestört, verändern sich Farbe und Geruch. Ist der Urin intensiv gefärbt und riecht sehr stark nach Ammoniak, kann das auf eine Dehydrierung hindeuten. In diesem Fall ist der Wasseranteil im Urin geringer und der Harn konzentrierter.

Harnwegsinfektion

Wenn eine Harnwegsinfektion oder auch Blasenentzündung vorliegt, kann Urin streng und mitunter fischig riechen. Der Grund hierfür sind meist Bakterien – in der Regel Escherichia-coli-Bakterien. Diese kommen natürlich im Darm vor und können mitunter auch in den Harntrakt gelangen. Bei Frauen tritt eine Harnwegs- oder Blaseninfektion häufiger auf, da der Ausgang der Harnröhre näher am After liegt. Die eingedrungenen Bakterien zersetzen dann den Urin und dieser riecht dadurch streng. Neben Bakterien können auch Viren oder Pilze eine Infektion auslösen.

Diabetes

Diabetes verändert den Stoffwechsel. Demzufolge hat Diabetes auch Einfluss auf den Urin als Stoffwechselprodukt (dasselbe gilt für andere Stoffwechselerkrankungen). Typisch ist hierbei ein süßlicher, obstartiger Geruch. Dieser deutet auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels hin.

Tumore

Tumore im Harntrakt, der Blase oder den Nieren können für einen fauligen Geruch im Harn sorgen. Wenn der Urin in äußerstem Maße unangenehm riecht, ist dies auf jeden Fall ein Alarmsignal. Kommen zusätzliche Symptome wie Blut im Urin hinzu, deutet das auf das Risiko hin, dass ein Tumor die Ursache für den strengen Uringeruch ist.

Ahornsirupkrankheit

Die Ahornsirupkrankheit tritt selten auf, hat jedoch ein sehr typisches Symptom: Der Urin riecht süßlich-würzig und erinnert an Ahornsirup. Die Krankheit verursacht einen gestörten Stoffwechsel der Aminosäuren, was schwerwiegende Folgen haben kann. Da die Krankheit angeboren ist, tritt sie meist bereits kurz nach der Geburt auf.

Stark riechender Urin: Wann abklären lassen

Wenn Urin streng riecht, muss das nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hindeuten. Sollte der ungewöhnliche Geruch jedoch längere Zeit anhalten und nicht auf bestimmte Lebensmittel oder Medikamente zurückzuführen sein, sollte die Ursache festgestellt werden. Sollte sich zusätzlich die Farbe des Urin verändert haben, Schmerzen beim Harnlassen auftreten oder gar Blut im Urin erkennbar sein, dann ist eine genauere Diagnose erforderlich.

Bei Schwangeren sollte besonders schnell reagiert werden, wenn ein ungewöhnlicher Uringeruch festgestellt wird. Denn bereits eine einfache Harnwegsinfektion kann bei Schwangeren schneller zu Komplikationen führen. Der Urinfluss ist während der Schwangerschaft verlangsamt und spült somit Keime langsamer aus. Kommt es in der Folge zu einer Nierenbeckenentzündung, könnte dies eine Frühgeburt verursachen.

Der Urin riecht komisch: Diagnose und Suche nach den Ursachen

Um herauszufinden, was den ungewöhnlichen Uringeruch verursacht, kann ein Arzt mehrere Untersuchungen vornehmen:

  • Eine Urinprobe gibt anhand des Geruchs, der Farbe, der Menge und vor allem der Zusammensetzung wichtige Hinweise. Nachweisbares Blut, Eiweiße, Blutzucker oder von Bakterien gebildetes Nitrit grenzen die möglichen Ursachen meist schnell ein.
  • Eine Urinkultur auf einem Nährmedium gibt Aufschluss über eventuell vorhandene Bakterien.
  • Das Urinsediment kann unter dem Mikroskop betrachtet und analysiert werden. Dabei handelt es sich um die herausgefilterten festen Bestandteile im Harn.

In bestimmten Verdachtsfällen untersucht der Arzt auch das Blut. Auch eine Blasenspiegelung (Zystoskopie), eine Harnröhrenspiegelung (Urethroskopie) oder eine Röntgenuntersuchung des Harntrakts (Zystogramm) können Aufschluss über eventuelle Entzündungen oder anatomische Veränderungen geben.

Ratschläge zur Vermeidung von Uringeruch

Wenn eine Erkrankung als Ursache für den ungewöhnlichen Uringeruch ausgeschlossen werden kann oder nicht der frische Urin riecht, gibt es vor allem eine Lösung, um Uringeruch vorzubeugen: gründliche Hygiene. Einige Tipps und Hilfsmittel, die bei der Hygiene und Pflege helfen können:

  • Regelmäßige Toilettengänge können unbeabsichtigtem Harnverlust vorbeugen.
  • Inkontinenzeinlagen oder Pants nehmen Urin bei Blasenschwäche sicher auf und verhindern die Geruchsbildung.
  • Ein häufiger Wechsel der Einlagen hilft zusätzlich.
  • Auch die regelmäßige Reinigung der Haut beugt der Entstehung von Gerüchen vor.
  • Für die unkomplizierte Reinigung von beispielsweise bettlägerigen Personen eignen sich unter anderem Wet Wash Gloves von TENA

Der Geruch von Urin kann wichtige Informationen liefern

Wenn der Uringeruch sich verändert, kann dies ein wichtiger Indikator für viele Dinge sein. Die Ursache kann harmlos sein, wie beispielsweise eine große Portion Spargel zu Mittag. Doch auch Dehydrierung oder eine Infektion können dafür sorgen, dass der Urin ungewöhnlich riecht. Eine aufmerksame Nase kann also wertvolle Hinweise wahrnehmen –gegebenenfalls kann im Anschluss eine ärztliche Diagnose angefordert werden. Wenn die Ursache bereits mit einer verstärkten Hygiene behoben werden kann (beispielsweise bei einer Blasenschwäche), stehen zahlreiche hilfreiche Produkte zur Verfügung, mit denen sich Uringeruch vorbeugen lässt.



Quellen: 

https://www.heilpraxisnet.de/symptome/uebelriechender-urin-stinkender-urin.html

https://www.doktorweigl.de/beschwerden/stinkender-urin-uebelriechender-urin-1881/

https://www.insenio.de/ratgeber/urin

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/4418-urindiagnostik

https://www.urology-guide.com/diagnose/urographie/