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Prostata und ungewollter Harnverlust bei Männern


Themen wie Prostata und Inkontinenz eignen sich eher nicht für Smalltalk bei Parties. Dennoch ist es wichtig mehr über deren Zusammenhang zu erfahren. Um der bei diesem Thema vielleicht vorherrschenden Verwirrung ein Ende zu bereiten, haben wir ausführlich mit Ralph Peeker, Professor und Chefarzt der urologischen Abteilung im Sahlgrenska University Hospital, Göteborg, gesprochen.

Prostata und ungewollter Harnverlust bei Männern

Im Alter von 18 bis 20 Jahren ist die Prostata ca. 20 Gramm schwer und hat etwa die Größe einer Walnuss. Sie kann bis auf 500 Gramm anwachsen.



Ihre Prostata sieht fast aus wie eine Walnuss.

Aber mal der Reihe nach. Was wissen Sie bereits über die Prostata (Vorsteherdrüse)? Sie liegt zwischen Blase und Penis und ihre Hauptfunktion besteht darin, eine Flüssigkeit zu produzieren, die zusammen mit dem Sperma die Samenflüssigkeit bildet. Bei einem Mann in den Zwanzigerjahren ist die männliche Prostata etwa so groß wie eine Walnuss und ungefähr 18 bis 20 Gramm schwer.


Wie die Ohren hört auch die Prostata nicht auf zu wachsen.

Die gute Nachricht: Dieses Prostatawachstum ist normal. „Bei einigen Männern wächst die Prostata nur geringfügig. Bei anderen etwas mehr und bei manchen deutlich mehr, so dass sie schließlich fast ein halbes Kilogramm schwer wird“, so Professor Peeker. Häufig bemerkt man das Prostatawachstum nicht einmal. Aber bei manchen Männern kann eine vergrößerte Prostata, oder eine benigne Prostatahyperplasie (BPH), Schmerzen verursachen und eine Reihe von Symptomen hervorrufen, die von Schwierigkeiten bei der Harnspeicherung, Harnverzögerung, einem schwachen Harnfluss, der Unfähigkeit zur Blasenentleerung bis hin zum Verbleib von Resturin in der Blase reichen, der wiederum zu einer Infektion führen kann. Diese wird zusammengefasst als „Symptome des unteren Harntrakts“ (LUTS, Lower Urinary Tract Symptoms) bezeichnet und sind ziemlich häufig. So sind etwa 25 % der Männer im Alter ab 40 Jahren davon betroffen. Da diese Symptome gut behandelbar sind, muss Ihre Lebensqualität nicht zwangsläufig darunter leiden.


Eine vergrößerte Prostata ist nicht gleichbedeutend mit Krebs

Laut Professor Peeker ist es ein „überaus weit verbreitetes Missverständnis“, davon auszugehen, dass LUTS ein Symptom von Prostatakrebs darstellen. Wenngleich es kaum Frühwarnzeichen für Prostatakrebs gibt, können sowohl die Familiengeschichte als auch die Ernährung Risikofaktoren sein. Der erste Schritt zur Überprüfung, ob Prostatakrebs vorliegt, ist ein einfacher Bluttest, der sogenannte PSA-Test.
 
Interessant ist, dass der Prostatakrebs in vielen Fällen nur langsam wächst. Daher wird häufig bevorzugt auf eine aktive Kontrolle gesetzt, anstatt eine Operation durchzuführen, bei der unter anderem Inkontinenz als Nebenwirkung auftreten kann. Belastungsinkontinenz, von der Frauen häufiger betroffen sind, kann eine vorübergehende oder auch permanente Nebenwirkung von Operationen im Beckenbereich, wie etwa bei Prostatektomien, sein. Dieser Eingriff bezeichnet die Entfernung der gesamten Prostata und kann zur Störung der Schließmuskelfunktion und somit letztlich zu ungewolltem Harnverlust führen. Es gibt Arzneimittel und Operationen, die eine Linderung oder gar Heilung erwirken können. In leichten Fällen eignen sich Beckenbodenübungen, mit denen die Beckenbodenmuskulatur (sog. PC-Muskel, Musculus pubococcygeus) gestärkt wird, was die Blasenkontrolle verbessert und ungewollten Harnverlust reduziert. Ungeachtet dessen sprechen Sie, falls Sie sich über mögliche Symptome, Tests oder Risiken rund um Prostatakrebs Gedanken machen, am besten mit Ihrem Arzt, damit Sie fundierte Informationen erhalten. 

„Häufig ist die Prostata nicht 'schuld'.“

Auch wenn eine vergrößerte Prostata bisweilen Probleme beim Wasserlassen verursachen kann – so Professor Peeker – muss man auf jeden Fall den gesamten Beckenbereich und das Gehirn mit einbeziehen, wenn es um die Hauptursache der männlichen Inkontinenz geht. 
 
Das Zentralnervensystem ist verantwortlich für die Kontrolle des „Miktionsreflexes“, d. h. für die Fähigkeit, den Harndrang zu kontrollieren. Bei einem Trauma, wie einer Gehirnverletzung oder einem Schlaganfall, können diese entscheidenden Regelkreisläufe im Gehirn gestört werden, was zu unfreiwilligem Tröpfchenabgang und Nachtröpfeln führen kann (wovon manche Männer auch betroffen sind). Die als Dranginkontinenz bezeichnete Form der Inkontinenz ist die häufigste Form der Inkontinenz bei Männern.  
Die Störung der Regelkreisläufe muss nicht einmal so gravierend sein wie bei einem Schlaganfall. „Es könnte auch eine geringfügige Störung der Blut- und Sauerstoffzufuhr ins Gehirn durch eine generalisierte Arteriosklerose sein“, sagt Parker. 
 
Arteriosklerose ist die Verhärtung und Verengung der Arterien, hervorgerufen durch Rauchen, schlechte Ernährung und einen inaktiven Lebensstil. Auch wenn eine schlechte Ernährung nicht als klinisch nachgewiesene Ursache der Inkontinenz feststeht, so können eine gesunde Ernährungsweise und ein aktiver Lebensstil nur von Vorteil sein. „Dadurch verbessert sich einfach alles in Bezug auf die Anreicherung der Körpergewebe mit Sauerstoff“, so Professor Peeker.
 
Und das ist Professor Peekers Rat: „Wenn ich irgendein Symptom feststelle, dann kläre ich das ab.“ Wenn Sie also Fragen haben zum Thema Prostata und Urininkontinenz, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.

Bei einigen Männern kann die Prostata auf eine Größe von bis zu einem halben Kilogramm anwachsen.

Ralph Peeker
Professor und Chefarzt

Wussten Sie schon ... 

Bei einem von vier Männern ab 40 Jahren treten Symptome des unteren Harntrakts auf.

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