Inkontinenz

In Deutschland sind laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft mehrere Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen – in etwa so viele wie auch von Heuschnupfen. Abgeleitet aus dem lateinischen in = gegen, nicht und continentia = Selbstbeherrschung, Mäßigung - bedeutet incontinentia sinngemäß nicht Einhalten oder nicht vorhandene Kontrolle. Inkontinenz bezeichnet folglich den Zustand etwas nicht ein- oder zurückhalten zu können.

Welche medizinischen Arten der Inkontinenz gibt es?

Harninkontinenz (Incontinentia vesicae), welche in abgeschwächter Form auch „Blasenschwäche“(Enuresis) betitelt wird, bezeichnet die nicht vorhandene Kontrolle über die Blase oder den Harndrang. Diese ist jedoch nicht die einzige medizinisch bekannte Art der Inkontinenz. Eine weitere Art der Inkontinenz ist die Stuhlkontinenz (Incontinentia alvi), bei der es zum unfreiwilligen Stuhlverlust (Enkopresis) kommt. Die Stuhlinkontinenz bezeichnet das nicht Kontrollieren der Darmentleerung.

Wer ist von Inkontinenz betroffen und welche möglichen Ursachen gibt es?

Sowohl Männer als auch Frauen können von Inkontinenz betroffen sein (wobei Frauen in etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Männer) – in manchen Fällen sogar Kinder. Dabei gibt es verschiedene Ursachen, die zur Inkontinenz führen können. Das Feld reicht von natürlichen Alterungsprozessen über die Probleme von Frauen nach der Schwangerschaft (postnatale Inkontinenz) bis hin zu belastungs- bzw. stressbedingten Inkontinenzproblemen (Belastungsinkontinenz). Bei Männern kann die Inkontinenz oftmals auch die Folge eines operativen Eingriffs an der Prostata sein. Es gibt noch viele weitere mögliche Ursachen für Inkontinenz. Darunter zählen: Übergewicht, Lebensweise, chronische Erkrankungen, Verletzungen, Schädigungen von Nerven, Gehirn oder Rückenmark u. v. m.

Welche Symptome gibt es für Inkontinenz?

Es wird nicht nur zwischen Harn- und Stuhlkontinenz sowie der Ursache der Inkontinenz unterschieden, sondern auch in der Art des Auftretens bzw. den Symptomen. Ein Unterscheidungsmerkmal ist beispielsweise, ob der Betroffene einen ständigen Drang verspürt, oder das Geschehen gar nicht richtig mitbekommt, geschweige denn kontrollieren kann. Letzteres macht die Kontrolle im Alltag nahezu unmöglich. In vielen Fällen leitet sich die Art der Inkontinenz von Ihren Symptomen ab. Die beiden oben genannten Symptome stehen z. B. für die häufig auftretenden Formen der Dranginkontinenz bzw. Belastungsinkontinenz. Weiterführende Informationen finden Sie auch in unserem Artikel zu Inkontinenzarten und Symptome.

Wie kann man der Inkontinenz vorbeugen oder dagegen ansteuern?

Das Thema Inkontinenz ist folglich sehr differenziert zu betrachten und bietet viele diagnostische Ansätze. Ebenso vielfältig sind die Ansätze zur Behandlung der Inkontinenz und zum Umgang mit ihr. Neben medikamentösen Behandlungen und operativen Eingriffen gibt es auch einige Maßnahmen zur Verbesserung der Blasenkontrolle und Prophylaxe. Beckenbodentraining und Blasentraining sind hilfreiche und leicht erlernbare Wege zur Stärkung der Kontrolle über Blase und Harntrakt. Das kann helfen der Inkontinenz vorzubeugen oder auch sie zu lindern. Oftmals ist eine Physiotherapie dabei die richtige Anlaufstelle. Jedoch gibt es auch einige hilfreiche Videos , die den Start ins Blasen- und Beckenbodentraining vereinfachen können.

Gibt es Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern?

Neben der Vorbeugung gibt es auch viele Hilfen für den Umgang in dieser Zeit. Sinnvolle Hilfsmittel für Betroffene oder auch pflegende Angehörige und Pflegedienste können Inkontinenzunterwäsche oder auch Inkontinenzbinden

Wo kann ich mich noch über Inkontinenz informieren?

Weitere Infos zu den einzelnen Inkontinenzarten oder zu Beckenbodentraining gibt es hier im Glossar. Für eine individuelle Beratung empfehlen wir, einen Arzt zu konsultieren. Dieser kann eine genaue Diagnose liefern und darüber hinaus Informationen über örtliche Beratungs- und Behandlungsangebote mitgeben. Häufig gibt es separate Angebote für Betroffene sowie Angehörige, bei denen die jeweiligen Anliegen besprochen und angegangen werden können.



1Ärzte Zeitung Nr. 76 vom 27.04.2011, Seite 15 / Wirtschaft
2http://de.pons.com/übersetzung?q=in&l=dela&in=&lf=de
3http://de.pons.com/übersetzung?q=continentia&l=dela&in=&lf=de
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5http://de.pons.com/übersetzung?q=continentia&l=dela&in=&lf=de
6http://de.pons.com/übersetzung?q=in&l=dela&in=&lf=de
7http://de.pons.com/übersetzung?q=continentia&l=dela&in=&lf=de
8Ärzte Zeitung Nr. 26 vom 07.03.2014, Seite 12 / Medizin/Wissenschaft
9Ärzte Zeitung Nr. 161 vom 09.09.2010, Seite 9 / Medizin/Wissenschaft
10Ärzte Zeitung Nr. 80 vom 03.05.2012, Seite 12 / Medizin/Wissenschaft
11http://de.statista.com/statistik/daten/studie/247910/umfrage/jaehrliche-behandlungskosten-bei-inkontinenz-von-frauen/