Blasentraining

Blasentraining ist eine Übungstechnik, die die Leistungsfähigkeit der Blase verbessert und die Häufigkeit des Wasserlassens verringert. Mit der Zeit wird die Blase weniger reizbar und kann das Wasserlassen besser kontrollieren.

Was tun bei Blasenschwäche?

Kennen Sie das Gefühl, häufig dringend zur Toilette zu müssen? Oder haben Sie manchmal Angst, dass ein paar Tröpfchen daneben gehen, bevor Sie die nächste Toilette erreichen? Sie sind nicht alleine mit diesen Bedenken. Viele Frauen, und auch Männer, fühlen sich im Alltag durch eine schwache Blase beeinträchtigt. Viele Betroffene schränken aus Scham ihreAktivitäten ein, ziehen sich mehr vom aktiven Sozialleben zurück, worunter dann die Lebensfreude und auch die Lebensqualität leiden können.

Das muss nicht sein! Eine schwache Blase sollte nicht Ihr Leben bestimmen und Sie im Alltag einschränken. Erfahren Sie hier, was Sie selbst tun können, um wieder ein unbeschwertes Leben führen zu können.

Es ist möglich durch kleine Änderungen der Lebensweise und gezielte Trainings-Techniken wieder mehr Kontrolle über Ihre Blase zu erlangen, sodass der Rhythmus Ihres Lebens nicht durch den Harndrang bestimmt wird. Ein weit verbreitetes Symptom bei Blasenschwäche ist die häufige Wahrnehmung von Harndrang, auch wenn die Blase kaum gefüllt ist. Dabei sieht man sich meist gezwungen dem Drang nachzugeben und zur Toilette zu gehen, auch bei sehr geringen Urinmengen. Anfangs ist es einem vielleicht gar nicht so bewusst, aber mit der Zeit versucht man immer stärker die ständigen Toilettengänge im Alltag zu integrieren und oder durch Reduzierung der Flüssigkeitszufuhr einzudämmen. Man verliert so immer mehr die Kontrolle über seine Blase und die Gestaltung des Alltags.

Mehr Lebensqualität durch Blasentraining

Die gute Nachricht ist: Durch gezieltes Blasentraining können Sie die Blasenkapazität erhöhen und die Wahrnehmung des Harndrangs und das bewusste Zurückhalten von Urin trainieren. Blasentraining ist eine Übungstechnik, durch die die Leistungsfähigkeit und die Selbstkontrolle der Blase verbessert werden soll.1 Voraussetzung für ein erfolgreiches Blasentraining ist ein sorgfältig gepflegtes Miktionstagebuch, in welchem alle Toilettengänge und Harnabgänge mit Uhrzeit notiert werden. Machen Sie auch Angaben zu konsumierten Getränken und Trinkmenge. Anhand dieser Aufzeichnungen können Sie Rückschlüsse auf Besonderheiten Ihres Miktionsverhaltens und die Zeitintervalle zwischen zwei Toilettengängen ziehen. Entweder Sie planen Ihre Toilettengänge anhand der geringsten Zeitspanne, die zwischen zwei Harnausscheidungen liegt, oder Sie legen Uhrzeiten fest. Wichtig ist, dass die Zeitfenster zwischen zwei Miktionen so identisch wie möglich sind. Viele wählen Anfangs einen Zeitraum von 2 Stunden um erste Erkenntnisse über Ihre Blasenfunktion zu gewinnen.2 Wenn Sie problemlos den Plan einhalten können, erhöhen Sie das Zeitintervall um jeweils 15 Minuten (Ausnahme: Gehen Sie vorm Schlafen noch einmal auf die Toilette um nächtliche Toilettengänge zu vermeiden). Der Urin sollte innerhalb der Zeitfenster bewusst zurückgehalten werden, auch wenn dadurch ein paar Tröpfchen abgehen könnten. Um das Gefühl von Harndrang zu vermindern, wird das Blasentraining oft mit Übungen für die Beckenbodenmuskulatur kombiniert.3 Hier finden Sie spezielle Übungen für die Beckenbodenmuskulatur Beckenbodentraining

Sie werden nach kurzer Zeit feststellen, dass sich durch das genaue Protokollieren das Bewusstsein für das eigene Miktionsverhalten ändert und sich positiv auf die Miktionsgewohnheiten auswirkt.4

Nützliche Tipps fürs Blasentraining:

Eine Verringerung der Flüssigkeitszufuhr sollte vermieden werden (außer bei klar überhöhtem Konsum von Flüssigkeit), da der Körper sonst dehydriert und die Blase in ihrer Normalfunktion eine gewisse Menge an Flüssigkeit fassen und halten sollte. Versuchen Sie mindestens 2 Liter Wasser oder mehr am Tag zu trinken, sodass Sie nach 19 Uhr nur noch ein kleines Glas Flüssigkeit zu sich nehmen. So kann man nächtlichen Toilettengängen vorbeugen. Koffein- und alkoholhaltige Getränke reizen die Blase unnötig – je weniger Sie davon trinken, desto besser geht es Ihrer Blase.

Am einfachsten lässt sich Blasentraining zu Hause durchführen, da Sie immer Zugang zu einer Toilette haben – falls Sie berufstätig sind, stellen Sie sicher, dass Sie immer eine Toilette zu den geplanten Zeiten in Reichweite haben.

Wählen Sie für den Zeitraum bequeme Kleidung, die keine komplizierten Verschlüsse hat oder sich nur mit viel Aufwand für die Blasenentleerung entfernen lässt.5

Denken Sie daran: Toiletten - oder Blasentraining verlangt ein hohes Maß an Motivation, Eigeninitiative und Disziplin, damit Erfolge erzielt werden können.





1 Lauber, A.: Band 3: pflegerische Interventionen. 2012. S.277
2 Lauber, A.: Band 3: pflegerische Interventionen. 2012. S.277
3 Van den Berg, F.: Angewandte Physiologie Band 3, 2007, S.388
4 Corvin, S.: Volkskrankheit Harninkontinenz. 2010. S.151
5 Corvin, S.: Volkskrankheit Harninkontinenz. 2010. S.151 ff