Marias Geschichte
Ich habe versucht, meine Flüssigkeits-aufnahme zu beschränken. Das hat aber nur Dehydrierung und Kopfschmerzen verursacht. Dann habe ich auf alle Unternehmungen verzichtet, die länger als zehn Minuten dauern, und mich dadurch letztlich isoliert gefühlt.
Mit den Wechseljahren zurechtzukommen, war schon schwierig genug. Als ich jedoch feststellte, dass ich plötzlich ohne Warnung einnässte, war das ein Schock für mich ...
Als ich Mitte zwanzig war, stellte ich nach der Geburt meines ersten Kindes fest, dass manchmal etwas in die Hose ging, wenn ich nieste. Ich machte mir eine Ersatzeinlage aus Toilettenpapier und versuchte nicht daran zu denken – bis es wieder passierte.
Ich hatte gehört, dass die Entbindung zu "Blasenschwäche" führen konnte. Die Muskeln werden gedehnt und schwach, aber mit entsprechendem Training könne man sie wieder stärken. Also fing ich damals an, regelmäßig wenn ich zur Toilette ging, den Urin immer wieder einzuhalten und interne Kontraktionsübungen zu machen. Einige Monate lang trug ich eine normale Damenbinde, die ich etwa viermal täglich wechselte. Es war teuer, aber letztlich erlangte ich die Kontrolle über meine Blase wieder.
Und drei Jahrzehnte später, als ich in die Wechseljahre kam, ging es wieder los. Dieses Mal halfen meine hausgemachten Lösungen nicht, und auch Damenbinden reichten nicht mehr aus.
Ich versuchte, weniger zu trinken, aber dadurch trocknete ich aus und bekam Kopfschmerzen. Dann ging ich aus Angst vor einem Missgeschick nicht mehr auf Besuche zu Freunden oder zum Essen ins Restaurant, wodurch ich mich isoliert fühlte. Ich trug Wechselunterwäsche, Feuchttücher, Damenbinden, Luft- und Textilerfrischer sowie Deodorant mit mir herum und trug stets dunkle, weite Kleidung. Ich kam mir vor, als ginge ich zum Camping, obwohl ich mich eigentlich nur mit Freunden zum Mittagessen traf.
Nach 35 Jahren Ehe fing ich sogar an, im Gästebett zu schlafen! Schließlich suchte ich meine Hausärztin auf.
Sie erklärte mir, wie die Wechseljahre Blasenschwäche bewirken können, dass es aber Spezialeinlagen für Urin gebe, die auslauf- und geruchssicher seien. Als ich sie zum ersten Mal kaufte, war ich skeptisch, da die Damenbinden schon nicht funktioniert hatten und diese hier noch kleiner waren. Aber in der Tat: Sie funktionieren wirklich, und ich fühle mich jetzt viel sicherer.
Natürlich hätte ich lieber keine Blasenschwäche, aber wenigstens weiß ich , dass ich mir nur Sorgen um die Hitzewallungen und nicht um peinliche Flecken machen muss.